Archiv für Juli 2010

Jeff Buckley

Wer mich kennt weiß, dass ich musikverrückt bin. Von Beginn der 60er Jahre bis heute gibt es kaum etwas (von wenigen Musikrichtungen abgesehen) was meinen Ohren entgangen wäre. Schon als kleiner Junge habe ich mich durch die Plattensammlung meines Vaters gehört. Das ist der Grund warum ich besonders die Musik aus den 60er Jahren verehre. Natürlich bin ich in den 80er Jahren aufgewachsen und daher ist besonders auch diese Musik sehr wichtig für mich. Meine persönliche Sturm- und Drangzeit war die erste Hälfte der 90er Jahre. Ich sog alles musikalische in mich auf um einem freien Lebensgefühl nachzukommen, das sich wohl alle jungen Erwachsenen wünschen. In diese Zeit fällt auch die Begegnung mit der Musik von Jeff Buckley. Keiner hat mich im Innersten so aufgewühlt wie dieser Mann mit seiner unvergleichlichen Stimme und seiner traumhaften Musik. Was ich von ihm hörte war so gefühlvoll, kraftvoll und beeindruckend. Ich war regelrecht verliebt. So kam es, dass ich zum ersten mal einen Fanbrief schrieb. Ich war 25 Jahre alt und gestand ihm in einem Brief meine Liebe. Viele würden das als kindlich beschreiben, doch seine Musik löste tiefste Gefühle in mir aus: Sehnsucht, Träume, Genuss, Leidenschaft. Mein Brief erreichte Jeff Buckley wohl nicht mehr. Er ertrank 1997 im Mississippi mit nur 30 Jahren. Ich konnte es nicht glauben und trauerte wirklich. Knapp 1 1/2 Jahre später bekam ich Post. Ein Brief von Buckleys Mutter an die Fans. Beigelegt war ein Plektrum. Das halte in Ehren. Das Album “Grace” ist das Heiligtum meiner Musiksammlung.
Einen Eindruck von Jeff Buckley bekommt ihr hier mit zwei Playern. Beim obigen, offiziellen, habt ihr die Möglichkeit zwischen mehreren Songs zu wählen (unter “EPK” erzählt Jeff von seinem Leben), der untere Player ist eine tolle Live-Aufnahme von Jeff (um diese zu sehen stoppt ihr besser den obigen Player).

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Versprecher der Politiker

Bei YouTube habe ich es gefunden und bin vor lachen vom Stuhl gefallen. Eine herrliche Sammlung von munteren Versprechern unserer Volksvertreter. Viel Spass beim Anschauen.

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Die LINKE – eine Partei zerreibt sich selbst

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Creative Commons License photo credit: hailippe

Im Zuge der Wahl zum neuen Bundespräsidenten hat die LINKE mal wieder gezeigt, dass sie nicht politikfähig ist. Eigentlich sollte man nach 20 Jahren bundesdeutscher Wirklichkeit dieser Partei einen Fortschritt bescheinigen können, doch sie zeigt sich realitätsferner als je zuvor. die LINKE ist dabei die „Siege“ der vergangenen Jahre, eine Sensibilisierung von Gerechtigkeit herbeizuführen, zu verspielen. Eine linke Politik, soziale Gerechtigkeit und eine friedliche Gesellschaft sind Themen, die die LINKE zwar noch attraktiv macht, doch in der politischen Umsetzung dieser Ziele stellt sich die LINKE als unfähig heraus. Als ehemaliges Mitglied und Mandatsträger dieser Partei muss ich zuschauen, wie sehr die Partei sich selbst zerstört und ihre eigene Zukunft schon längst verspielt hat. Das Dilemma beginnt bereits ganz unten, in den Orts- und Kreisverbänden. Hier tummelt sich eine Mischung aus Frustration, politischer Unfähigkeit, Enttäuschung, Unkenntnis und einer Spur von Dummheit, die alle vernünftigen Politikansätze im Keim ersticken. Es gibt kaum einen Landesverband, der keine Probleme mit Streitereien und gegenseitiger Häme in seinen Ortsverbänden hat. Dazu kommt, dass Mitglieder ihre unterschiedlichsten Ansichten zu einem Gebilde formen, das zu keinen einheitlichen Politikansätzen führt. Kommunisten sitzen dort zusammen mit DDR-Nostalgikern, linken Gewerkschaftlern und ehemaligen SPD Mitgliedern. Die daraus entstehenden Uneinigkeiten ließen sich in der Öffentlichkeit lange verdecken, bis die Austrittswelle begann und selbst in der Bundesspitze der Partei Affären um Dietmar Bartsch und Oskar Lafontaine öffentlich wurden. Ein gegenseitiges Misstrauen lässt jede Harmonie ersticken.
Verzweiflung zeigt auch die Aufstellung von Luc Jochimsen als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. Ich selbst habe Jochimsen als eine politisch orientierungslose Person kennengelernt, die sich in ihrer Rolle als ehemalige, überparteiliche Journalistin gefällt und ihre eigenen Ansichten über die der Partei stellt. Mit der Äußerung, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, hat sie sich selbst disqualifiziert. Da ändern auch ihre nachträglichen Erklärungsversuche nichts mehr. Die LINKE hat es schließlich am Mittwoch versäumt in der Bundesversammlung eine beachtenswerte Entscheidung zu fällen. Statt den Kandidat von Rot-Grün im dritten Wahlgang zu unterstützen verweigerte sie sich. Es ist richtig, dass Joachim Gauck ein Konservativer ist, der mit seinem Thema „Freiheit“ etwas angestaubt wirkt, aber die Mehrheit der Öffentlichkeit wollte diesen Mann als Bundespräsident. Im Gegensatz zu Christian Wulff hätte Gauck Akzente gesetzt, hätte in der Öffentlichkeit eine Art unpolitische Figur inmitten einer verhunzten Bundespolitik abgegeben. Stattdessen machte die LINKE nun Wulff als Bundespräsident möglich, stützt damit die Bundesregierung und es ist zu erwarten, dass diese ohne Einsicht eigener Fehler eine Politik von sozialer Ungerechtigkeit fortsetzt. Es ist wohl kaum glaubhaft, dass Wulff sich als Bundespräsident mit kritischen Worten über die Bundespolitik äußern wird.
Die LINKE bedeutet Verweigerung, totale Opposition ohne dem Willen oder der Fähigkeit Veränderungen, die wirklich nötig sind, herbeizuführen.
Der Partei wäre zu raten möglichst rasch eine sichtbare und starke Linie in ihren Zielen erkennen zu lassen. Sie müsste sich von zweifelhaften Mitgliedern trennen und die Zusammenarbeit mit der DKP beenden. Wer gewählt werden und mitgestalten möchte, sollte sich konsensfähig und gut aufgestellt zeigen. Politische Inhalte sind mehr wert als das Festhalten an alten Ideologien, die sich als realitätsfern erwiesen.